Happy Diwali - Das indische Lichterfest

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Happy Diwali - Das indische Lichterfest

Happy Diwali - Das indische Lichterfest

Happy Diwali - Das indische Lichterfest

Das Lichterfest Diwali ist eines der größten Feste Indiens. In den Tagen vor und nach Diwali befindet sich ganz Indien in Feierlaune. Alle Häuser sind mit Lichterketten, Lampen und Kerzen dekoriert. Es werden Geschenke gekauft und man besucht Freunde und Familie. Von der Stimmung und Optik her, könnte man es vergleichen mit Weihnachten in Deutschland.

Hier hören die Gemeinsamkeiten aber bereits auf. Die religiösen Hintergründe von Diwali sind sehr komplex und die Fest wird in verschiedenen Teilen Indiens sehr unterschiedlich gefeiert, mit vielfältigen Bräuchen und mythologischen Bezügen. Folgend versuchen wir Ihnen dieses Fest, welches in Europa fast unbekannt, aber für einen signifikanten Teil der Weltbevölkerung so wichtig ist, etwas näher zu bringen.

Der Name Dipavali bedeutet auf Sanskrit so viel wie „Lichterkette. In den nordindischen Sprachen hat sich daraus die Bezeichnung Diwali entwickelt. In den südindischen Sprachen ist dagegen die Namensform Dipavali in Gebrauch.

Diwali beginnt immer am fünfzehnten Tag des Hindumonats Kartik (Ende Oktober/Anfang November), 20 Tage nach Dasahra, zu Neumond. Im Jahr 2016 fällt Diwali auf den 30. Oktober. Je nach Region dauert es zwischen einem und fünf Tagen.

Kernaussage des Festes ist der Sieg des Guten über das Böse, der Wahrheit über die Lüge, des Lichts über den Schatten und des Lebens über den Tod.

Für viele Hindus, besonders in Nordindien, geht es auf den Tag zurück, an dem Gott Rama mit seiner Frau Sita und seinem Bruder Lakshmana nach 14-jährigem Exil im Dschungel in seine Hauptstadt Ayodhya zurückkehrte, so wie es das Ramayana beschreibt. Da es dunkel war, entzündeten die Menschen Öllampen entlang seines Wegs.
Im Süden Indiens dagegen sehen die Menschen in Diwali einen Bezug zu Krishna, der einen Dämonen besiegt und sechzehntausend Frauen befreit hatte, die sich in der Gefangenschaft des Dämons befanden.
Diwali wird auch von anderen Religionen Indiens gefeiert. Im Jainismus erinnert man an den Eintritt Mahaviras ins Nirwana und Moksha. Im Sikhismus wird an Har Gobinds Sieg über Jahangir und seine Rückkehr nach Amritsar gedacht.

Ablauf und RitualeKleine Öl-Lampe

Wesentliches Element von Diwali sind die Lichter. Waren es ursprünglich nur kleine Öl-Lampen – in Reihen an Fenster oder Eingänge gestellt –, sind es heute zunehmend elektrische Lichterketten, die Wohnhäuser, Geschäfte und Straßen im ganzen Land erleuchten. Manchmal hängt man Lampen in Bäume und platziert Kerzen auf den Dächern. Nach einer Deutung dieses Brauchs zeigen die Lichter den Pitris, den Geistern der Toten, den Weg in das Land der Seligkeit. Schon Tage vor dem Fest werden überall auf den Straßen Knallkörper und anderes Feuerwerk entzündet, am Feiertag selbst kracht und knallt es überall, ähnlich wie in Deutschland zu Silvester.

Diwali zieht sich, je nach mythologischer Auslegung über mehrere Tage. In der Hauptstadt Indiens, Neu-Delhi, zelebrieren die meisten Inder 5 Tage lang. Jeder Tag hat eine andere Bedeutung und geht mit unterschiedlichen Ritualen einher.

  1. Der erste Tag heißt Dhanwantari Triodasi. An diesem Tag räumt man das Haus auf und schmückt es, kauft neue Kleidung und Kochutensilien, auch Wertgegenstände und Schmuck vornehmlich aus Gold oder Silber.
  2. Der zweite Tag des Festes ist Narak Chaturdasi. Er gilt als der Tag, an dem Krishna den Dämonen Narakasur besiegt. Zum Ritual des Festes gehört, dass die Menschen vor Sonnenaufgang aufstehen und ein Bad nehmen, möglichst mit wohlriechendem Öl. Man zündet Öllämpchen an und schmückt das Haus mit besonderen Kolams. Man trägt meist neue Kleider, besucht sich gegenseitig und beschenkt sich mit Süßigkeiten, abends zündet man Feuerwerk und Knallfrösche.
  3. Der dritte Tag ist der Göttin Lakshmi geweiht und wird Lakshmi Puja genannt. Er gilt in Nordindien als wichtigster Tag der Festlichkeiten. Hier interpretiert man die Lichter als Begrüßung für sie. Es heißt, dass sie nicht in Wohnungen einkehre, vor denen keine Lichter stehen und die nicht aufgeräumt und gesäubert wurden. Auch für Ladenbesitzer hat dieser Tag besondere Bedeutung. Sie reinigen und streichen dafür nicht nur ihre Geschäfte, sondern legen auch neue Geschäftsbücher an. Für das kommende Jahr bitten sie Lakshmi um Erfolg. Lakshmi Puja gilt als besonders günstig für Glücksspiele, da die Göttin das Glück selbst verkörpert. Als Omen für das kommende Jahr nehmen viele Menschen z. B. an einer Tombola teil oder gehen ins Kasino.
  4. Der vierte Tag heißt Govardhan Puja, an ihm werden Krishna und Vishnu verehrt, und er gilt als erster Tag des neuen Jahres. Ehefrauen schwenken ein Tablett mit Lichtern segnend um den Kopf ihrer Ehemänner herum und tupfen ihnen dann einen Segenspunkt auf die Stirn.
  5. Der fünfte und letzte Tag von Diwali ist Bhau Beej, an dem Schwestern ihre Brüder mit dem Licht segnen. An diesem Bruder-Schwester-Tag versprechen beide, sich gegenseitig zu beschützen.

Wer einmal das Glück hat Diwali mitzufeiern, der wird sich trotz aller Unterschiede an Weihnachten erinnert fühlen. Nicht wegen der Geschenke und Lichter, sondern wegen dem Beisammensein mit Familie und Freunden. Ganz Indien vergisst für wenige Momente den harten Alltag und besinnt sich auf das wirklich wichtige.

Diwali in Südindien

 

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