Beiträge zum Thema: Kinderarbeit

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Der unsichtbare Schaden der Armut: Ein Brief von Manish Gupta – Gründer von Matr Boomie

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Der unsichtbare Schaden der Armut
Ein Brief von Manish Gupta – Gründer von Matr Boomie:

Bevor ich anfing im Fair Trade Sektor zu arbeiten, war ich oft verärgert, über Eltern die ihre Kinder im jungen Alter arbeiten ließen oder sie sogar Fremden (Schlepper) anvertrauten, weil diese den Kinder Arbeit in weit entfernten Städten versprachen. Ich hielt die Eltern für gierig.

Bei meiner Arbeit in ländlichen Regionen beobachtete ich wie Kinder ihre Eltern bei der Arbeit unterstützen. Im Gespräch mit den Eltern wurde mir klar, dass sie sich, wie alle anderen Eltern auch, eine gute Ausbildung und ein besseres Leben für ihre Kinder wünschen. Nicht die Gier nach Geld, sondern der Mangel an Alternativen, veranlasst die Eltern dazu ihre Kinder arbeiten zu lassen. Da sie sich eine Ausbildung nicht leisten können, hoffen sie, dass das Erlernen einer Handwerkskunst die Zukunft ihrer Kinder sichert.

In großen Familien fängt das älteste Kind oft früh an zu arbeiten, damit die Familie es sich leisten kann die jüngeren Kinder in die Schule zu schicken. Die gleichen Umstände zwingen die Eltern auch ihre Kinder fremden Menschen mitzugeben, die behaupten einen guten Job in einer Stadt für das Kind zu finden. Obwohl die Eltern den Fremden oft misstrauen, riskieren sie es und senden ihre Kinder fort - die einzige Alternative zu einem Leben in Armut und Hoffnungslosigkeit.

Diese gnadenlose Seite der Armut, die Menschen zum Undenkbaren zwingt, bedrückt mich sehr. Um die Situation der Menschen in ländlichen Regionen zu verbessern, bedarf es politischer Reformen an höchster Stelle. Aber eines der Schlüsselelemente ist die wirtschaftliche Stärkung der ländlichen Unternehmen und Handwerkskünstler. Der faire Handel, ist meiner Meinung nach, eine der wenigen Strategien die einen wirklichen „Impact“ auf das Leben der Handwerkskünstler und der ländlichen Gemeinden haben kann. Das wird erreicht durch:

  • die Schaffung eines Zugangs zum Markt durch die Unterstützung der Handwerkskünstler beim Design, der Qualität und der Logistik ihrer Produkte, was es den Handwerkskünstlern erlaubt ein nachhaltiges Einkommen zu generieren.
  • langfristige Handelsbeziehungen, welche es den Handwerkskünstlern erlauben für die Zukunft zu planen.
  • eine Ausbildung der jungen Menschen in den traditionellen Handwerkskünsten, um neue Jobs zu schaffen.
  • einen Fokus auf die Ermächtigung („empowering“) der Frauen und der marginalisierten Handwerkskünstler

Wenn der Kreislauf der Armut erst einmal durchbrochen wurde, gibt es Hoffnung auf und vertrauen in eine bessere Zukunft. Der effizienteste Weg die Auswüchse der Armut, wie Kinderhandel und Kinderarbeit zu beseitigen, liegt nicht in der Bekämpfung der Symptome, sondern in der Ermächtigung der Menschen, damit Armut gar nicht erst entsteht.

-Manish Gupta-
 
Englische Originalfassung:
The Invisible Damage of Poverty: A Letter from Manish

Before I became involved in Fair Trade, any time I would see a child working somewhere, I used to feel angry towards the parents of the kids for sending them to work at such a young age. Also, it was upsetting to hear about trafficking cases where parents would trust their kids with strangers on promises of good jobs in far away cities. I somehow blamed the parents for being greedy. 

Working closely with artisans in rural areas, I observed artisans’ children at varying ages supporting them in production. Having in-depth conversations with artisans, I realized that just like any other parent, artisans also want their children to get a good education and just be a child. They don't have their children working in order to make extra cash to spend but simply because the artisan cannot afford to send their children to school. In absence of education, artisans feel that learning art/vocation will allow the child to make a living.

Poverty_IndiaSometimes in a family of many children, the eldest kids start working early on so together the family can afford to send the younger kids to school. Similarly, I realize that in cases of trafficking, though the parents are suspicious of strangers claiming to find a "good job" for their kids in far away cities, the alternative of not sending the child is a life of poverty and hopelessness. In that desperation, parents are willing to risk the unthinkable outcome by sending their children with strangers.

It makes me emotional, thinking about such brutal face of poverty and how it can strangle human spirit, especially when combined with lack of education, awareness and opportunities. We need high level policy changes to make a profound shift, but one of the key elements in reducing this risk is to strengthen rural economies by supporting rural businesses and artisans. Fair Trade is one of the few strategies that I think can make a significant impact on artisans and the overall economy of their communities through:

  • Connecting rural artisans to trade allowing them to make a sustainable living for their family through support in design, quality and logistics (Read More)
  • Long term trade relationships allowing artisans to plan for their future
  • Providing art form training for youth to enter trade, creating new jobs.
  • Focus on empowering women and marginalized artisans who are more at risk (read previous blog for details)

Once the cycle of poverty is broken, there is hope for, and confidence in, a strong future. The most efficient way to stop trafficking is not by intercepting traffickers at borders but by empowering the ones at risk and stopping it from ever happening in the first place.

-Manish Gupta, Matr Boomie Founder
Matr_Boomie_Blog
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